Der Allgemeinarzt, 12/2017
"Risikofaktor: Hohes Alter"
- Artikel (PDF, 268 KB)


9. September 2017
und 2./3. Februar 2018
Lymphologie für Ärzte/innen
- Flyer (PDF, 124 KB)


Gesundheitsprofi, 04/2017
"Wirksamkeit nachweisen"
- Presseartikel (PDF, 728 KB)


Frühjahr 2017
Stiftungsprofessur für Phlebologie
- Artikel (Weblink)
- Weitere Medienberichte


Therapie: Thrombose


Diagnostik
  1. Bestimmung der klinischen Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer tiefen Venenthrombose:
    siehe Tabelle 1

    Tab. 1 Bestimmung der klinischen Wahrscheinlichkeit
    des Vorhandenseins einer TVT (6)

    Checkliste

    Hauptpunkte
    • aktives Malignom (aktuell oder bis vor 6 Monaten behandelt)
    • Lähmung, Gipsimmobilisation eines Beines
    • kürzliche Bettlägrigkeit (>3 Tage) und/oder größere Operation innerhalb der letzten 4 Wochen
    • umschriebener Schmerz entlang der tiefen Venenstränge
    • Unter und Oberschenkelschwellung
    • Unterschenkelschwellung >3 cm gegenüber gesunder Seite
    • familiäre Belastung (>2 Verwandte ersten Grades und TVT)

    Nebenpunkte
    • Trauma am symptomatischen Bein (< 60 Tage zurückliegend)
    • Dellen bildendes Odem ausschließlich auf der symptomatischen Seite
    • dilatierte oberflächliche Venen
    • Hospitalisation innerhalb der letzten 6 Monate
    • Erythem

    Klinische Wahrscheinlichkeit

    hoch
    > 3 Hauptpunkte und keine alternative Diagnose
    > 2 Hauptpunkte, 2 Nebenpunkte und keine alternative Diagnose

    gering
    1 Hauptpunkt, > 2 Nebenpunkte, aber alternative Diagnose vorhanden
    1 Hauptpunkt, > 1 Nebenpunkt und keine alternative Diagnose
    0 Hauptpunkt, > 3 Nebenpunkte, aber alternative Diagnose
    0 Hauptpunkt, > 2 Nebenpunkte und keine alternative Diagnose

    mittlere: alle anderen Kombinationen


  2. Routinediagnostik zum Nachweis oder zum Ausschluss einer Venenthrombose: Duplexsonographie (siehe Abb. 1).
    Duplexsonographie
  3. Indikation zur Phlebographie:
    bei zweifelhaftem Duplex-Befund und vor chirurgischer Thrombektomie

  4. Dimer Test: Notfallmäßig im Labor durchführbar. Bei negativem D-Dimer-Nachweis mit einer Sicherheit von 97% Ausschluss einer tiefen Venenthrombose. Bei positivem D-Dimer-Test keine Aussage bzgl. einer Thrombose möglich.

  5. Vor Beginn der Heparingabe Abnahme von 2 Gerinnungsröhrchen:
    1. 1 Röhrchen zur Kontrolle der Routinegerinnungsparameter
    2. 1 Röhrchen, welches im Kühlschrank aserviert werden sollte, ggf. zur Durchführung eines serologischen Thrombophilie-Screenings
Therapie
  1. Behandlung mit niedermolekularem Heparin
    1. a) Subkutan und gewichtsadaptiert
    2. b) z.B. mit Fraxiparin 2 x tgl. z. B. 0,5 ml bei Körpergewicht < 50 kg, 2 x 0,6 ml bei Körpergewicht < 60 kg usw.
  2. orale Antikoagulation
    1. a) Präparat z.B. Marcumar
    2. b) Beginn am Tag der Diagnosestellung oder dem nachfolgenden Tag.
    3. c) Anzustrebender therapeutischer INR-Bereich zwischen 2,0 - 3,0.
    4. d) Ende der Heparin-Behandlung, wenn der INR-Wert für 2 Tage im therapeutischen Bereich liegt.
    5. e) Bei Kontraindikation für eine orale Antikoagulation (hämorrhagische Diathese, Blutung, floride Magen- Darmulcera, schwere Hypertonie, Schwangerschaft). Niedermolekulares Heparin in der jeweils für die Thromboseprophylaxe empfohlenen höheren Dosis bzw. in halbtherapeutischer Dosierung; in der Regel über 3 Monate.
    6. f) Acetylsalizylsäure ist nicht als Ersatz für die orale Antikoagulation geeignet.
  3. Adjuvante Therapie
    Kompressionsverbände, später Kompressionsstrümpfe.
Maßnahmen nach Abschluss der akuten Phase
  1. Antikoagulation mindestens für 3 - 6 Monate
  2. Kompressionsbehandlungen mit Kompressionsstrümpfen mindestens für 6 Monate, nach proximaler tiefer Venenthrombose mindestens 2 Jahre.
  3. Vor Absetzen der Kompressionsbehandlung Kontrolle durch Phlebologen
Thrombolyse oder Thrombektomie

Indikationsstellungen bei folgender Konstellation
  1. junger Mensch
  2. erste und ausgedehnte Thrombose.
  3. keine Thrombophilie
  4. kurze Anamnese
  5. Thromben umspült
  6. akute Bedrohung der Extremität