9. September 2017
und 2./3. Februar 2018
Lymphologie für Ärzte/innen
- Flyer (PDF, 124 KB)


8.-9. Juni 2017
Workshop Operative Ulkus Therapie
- Flyer (PDF, 892 KB)


Gesundheitsprofi, 04/2017
"Wirksamkeit nachweisen"
- Presseartikel (PDF, 728 KB)


Frühjahr 2017
Stiftungsprofessur für Phlebologie
- Artikel (Weblink)
- Weitere Medienberichte


Krankheitsbilder: Thrombophlebitis

Was bedeutet das?
Eine Thrombophlebitis ist ein Blutgerinnsel im oberflächlichen Venensystem des Körpers – meist in den Beinen. Das Gerinnsel (Thrombus) verlegt die Vene, das Blut kann nicht mehr weiter fließen und muss sich Umgehungswege suchen. Es kann abhängig vom Sitz der Thrombophlebitis Rötungen und Überwärmungen sowie Verhärtungen und Druckschmerzhaftigkeiten an der betroffenen Stelle geben.

Ein Blutgerinnsel oder ein Teil davon kann sich aus den oberflächlichen Beinvenen lösen, in das tiefe Venensystem einwachsen (Tiefe Beinvenenthrombose) oder zum Herzen und von dort in die Lunge wandern und kleinere oder größere Lungengefäße verlegen (Lungenembolie). Man spricht dann von einer Lungenembolie. Kleine Lungenembolien verlaufen oft unbemerkt, größer Lungenembolien können zu atemabhängigen Brustschmerzen, Luftnot und Herzrasen führen. Eher selten sind große Lungenembolien durch Verlegung der großen Lungengefäße und dann fehlenden Sauerstoffaustausch tödlich.

Welche Ursachen hat eine Thrombophlebitis?
Häufige Gründe für das Auftreten einer Thrombophlebitis sind:

  • längerer Bettlägerigkeit
  • Bewegungsmangel
  • Erhöhter Blutgerinnungsneigung
    z.B. postoperativ oder bei bösartigen Erkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • Krampfadern
  • Bestimmte Medikamente, z.B. Pille
  • Herzschwäche
  • Übergewicht
  • Angeborene Gerinnungsstörungen
  • Verletzungen
  • Lokale Traumen

Wie wird eine Thrombophlebitis behandelt?
Die Behandlung der Thrombophlebitis hängt von ihrer Lokalisation und Ausdehnung ab.

kleine Seitenastvene
  • örtlich kühlende Maß­nahmen, Kompressions­therapie mit Verband oder med. Kompressions­strumpf
  • ggf. Einnahme eines entzündungs­mindernden Medi­kamentes (z.B. Acetyl­salicyl­säure, Para­cetamol)
  • ggf. Stich­inzision zur Ent­leerung des Gerinnsels
größere Seiten­astvene mit Ver­bindung zum tiefen Venen­system (Perforans­vene) oder Stamm­vene mit einer Thrombus­länge > 5cm
  • zusätzlich zu den oben genannten Maß­nahmen Ein­leitung einer blut­verdünnenden Therapie z.B. mit Fonda­parinux 2,5mg 1x/Tag über 30 Tage
Stamm­vene mit Beteiligung der Crosse in der Leiste oder Knie­kehle
  • zusätz­lich zu den oben genannten Maß­nahmen Ein­leitung einer blut­verdünnenden Therapie in thera­peutischer Dosis z.B. Tinza­parin 175mg/kg Kör­pergewicht oder Nadro­parin 0,1ml/10 kg Körper­gewicht je 1x/Tag über 30 Tage

Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant. Der Patient muss jedoch wissen, dass er bei akuten Kreislaufbeschwerden, Luftnot, akuten Brustkorbschmerzen und ähnlichen Zuständen unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen muss. Er sollte in einer solchen Situation keinesfalls selbst Auto fahren, sondern sich entweder von einem Angehörigen fahren lassen oder einen Kranken- oder Rettungswagen rufen.

Ein sofort angelegter Kompressionsverband oder Kompressionsstrumpf bewirkt eine Abschwellung des Beines, eine Verminderung der Schmerzen und eine Verbesserung des venösen Blutflusses. Er hilft auch, eine Zunahme der Thrombose zu vermeiden. Legen Sie den Kompressionsstrumpf morgens an der Bettkante an. Zur Nacht und zum Duschen dürfen sie ihn ausziehen.
Häufige Spaziergänge mit kontrolliertem Gehen, sicherheitshalber in bewohntem Gebiet, führen zu einem besseren Abschwellen des Beines und zu einem besseren Abfluss des Blutes.

Welche Nebenwirkungen kann die Blutverdünnung haben?
Während der Therapie mit Heparin kann ein akutes oder schleichendes Absinken der Thrombozyten (Blutplättchen) auftreten. Man spricht von einer sogenannten Heparininduzierten Thrombozytopathie (HIT I und II). Deshalb ist es wichtig, dass zu Anfang der Heparintherapie sowie nach ca. 3 Tagen und dann in wöchentlichen Abständen die Zahl der Blutplättchen regelmäßig kontrolliert wird.
Unter den blutverdünnenden Präparaten kann es bei kleineren Wunden zu länger als gewohnt anhaltenden Blutungen kommen. Sie sollten daher z.B. nach einer Schnittverletzung einen Druckverband anlegen. In der Regel hört die Blutung dann rasch auf.
Alle weiteren Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte den Beipackzetteln der Medikamente.

Wie lange muss die Therapie fortgeführt werden?
Je nach Ausdehnung der Thrombophlebitis und Ihrem persönlichen Thromboserisiko legt der Arzt die Dauer Ihrer Blutverdünnungstherapie fest. Ist eine Blutverdünnung notwendig, so sollte diese über mindestens 30 Tage erfolgen. Die Kompressionstherapie sollte ebenfalls über mindestens 6 Wochen erfolgen.

Kann auch eine Operation sinnvoll sein?
Ist die Thrombophlebitis auf dem Boden einer Krampfadererkrankung entstanden, so sollte die Krampfader nach Abheilung der Akutsituation (ca. 4 Wochen) operativ entfernt werden. Eine Verödungstherapie (Sklerosierung) oder eine endoluminale thermische Therapie (Laser, Radiowelle) sind in diesen Fällen nicht sinnvoll. Hier kann es entweder zu einem erneuten Anstoßen der Thrombophlebitis durch die Sklerosierungstherapie kommen oder das Vorschieben der Katheter im Gefäßlumen durch narbige Abheilungen der Thrombophlebitis erschwert werden.

Wann sind Kontrollen erforderlich?
Auch nach Einleitung der Therapie sollten regelmäßige Ultraschallkontrollen erfolgen. Wir bitten Sie daher zu einer Befundkontrolle nach 1 Woche sowie zum Ende der Blutverdünnungstherapie zur Festlegung des weiteren Vorgehens.
Sollte es vor der geplanten Wiedervorstellung zur Zunahme der Beschwerden (Schmerzen, Schwellungen des Beines, plötzlich einsetzende Luftnot oder Kurzatmigkeit) trotz der eingeleiteten Therapie kommen, bitten wir um eine sofortige Wiedervorstellung. Sollten diese Beschwerden außerhalb unserer Sprechzeiten zunehmen, empfehlen wir die Vorstellung in der dermatologischen oder gefäßchirurgischen Ambulanz im St. Josef-Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum, 0234-509-0.

Mit welchen langfristigen Folgeschäden und Komplikationen ist durch die Thrombophlebitis zu rechnen?
Durch eine Thrombose wird die innerste Venenwand durch Entzündung und Vernarbung bzw. Verklebung geschädigt. Das Ausmaß dieser Schäden ist nicht vorhersehbar. In den meisten Fällen heilt eine Thrombophlebitis folgenlos aus. Es kann jedoch in dem betroffenen Areal zu Verfärbungen der Haut kommen.

Was, wenn häufiger eine Thrombophlebitis auftritt?
Tritt eine Thrombophlebitis häufiger und scheinbar ohne ersichtlichen Grund auf, so sind folgende Dinge zu beachten:

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