9. September 2017
und 2./3. Februar 2018
Lymphologie für Ärzte/innen
- Flyer (PDF, 124 KB)


8.-9. Juni 2017
Workshop Operative Ulkus Therapie
- Flyer (PDF, 892 KB)


Gesundheitsprofi, 04/2017
"Wirksamkeit nachweisen"
- Presseartikel (PDF, 728 KB)


Frühjahr 2017
Stiftungsprofessur für Phlebologie
- Artikel (Weblink)
- Weitere Medienberichte


Krankheitsbilder: Krampfaderleiden (Varikose)

Was sind Krampfadern?
Krampfadern sind krankhafte, permanente Erweiterungen größerer Venen mit Schlängelungen und Knotenbildung. Krampfadern, medizinisch Varizen, Varikosis oder Varikose genannt, gehören zu den häufigsten Leiden in den westlichen Industrieländern.

Wie entsteht eine Krampfader?
Die Bereitschaft zur Krampfaderentwicklung ist meist angeboren. Etwa 80% der Patienten mit Krampfadern haben Eltern oder Großeltern mit Krampfadern. Ursächlich ist eine Venenwandschwäche ("Bindegewebsschwäche"), wobei die Venenklappen nicht mehr normal schließen. Alle Venen sind mit Venenklappen ausgerüstet, die wie Ventile wirken und das Blut nur in eine Richtung zum Herzen hin fließen lassen. Da wir Menschen aufrecht gehen, muss das Blut in den Venen beim Sitzen, Stehen oder Gehen von den Füßen "bergauf" zum Herzen zurückfließen. Dieses Transportproblem wird bei gesunden Venen durch das Zusammenspiel der Venenklappen und der Wadenmuskelpumpe spielend bewältigt. Bei Krampfadern ist dies jedoch problematisch.

Welche Formen des Krampfaderleidens gibt es?

Stammvarikose:
Bei dieser wichtigen Form der Varikosis liegt eine krankhafte Veränderung einer der großen Adern (Vena saphena magna und Vena saphena parva) des oberflächlichen Venensystems zugrunde.

Seitenastvarikose:
Dieser Form liegt ein Krampfaderleiden der Seitenäste der großen Stammvenen zugrunde. Oft treten Stamm- und Seitenastvarikose gemeinsam auf.

Perforansvarikose:
Die Perforansvenen verbinden das oberflächliche mit dem tiefen Venensystem. Wenn ihre Venenklappen nicht mehr funktionieren, kommt es häufig zu Beingeschwüren (offenes Bein, Ulcus cruris).

Retikuläre Varizen:
Bei dieser Art handelt es sich um ca. 3-5mm kleine, netzförmige (retikuläre) Krampfadern, die insbesondere bei Frauen im mittleren Alter auftreten.

Besenreiser:
Hierbei handelt es sich um winzige, in der obersten Hautschicht verlaufende, sich häufig fächerartig ausbreitende Äderchen.

Welche Beschwerden können Krampfadern verursachen?
Krampfadern sind nicht nur unschön, sondern können aufgrund des gestörten Blutflusses in den Venen auch Beschwerden bereiten. Bei kranken Venen kommt es zur Stauung des Blutes in den Beinen. Durch den erhöhten Druck in den Venen, insbesondere beim Stehen und Sitzen, erweitern sich die Venen immer stärker und die noch funktionsfähigen Venenklappen werden geschädigt. Diese Stauung bewirkt die Verschlechterung von Krampfadern, das Auftreten eines Schweregefühls, Unter­schenkel­schwellungen (Ödeme), nächtliche Wadenkrämpfe und eine Erhöhung der Thrombosegefahr. Bei langer Bestandsdauer kann es zum Auftreten von Hautveränderungen (bräunliche Verfärbung, Verhärtung) und Beingeschwüren (Ulcera crurum venosa, sog. "offenes Bein") kommen, deren Behandlung häufig langwierig und kompliziert ist.

Da es in den Krampfadern zu einer Verlangsamung und teilweise auch zu fehlgerichteter Strömung des Blutes kommt, kann die Venenerkrankung auf die tiefen Beinvenen übergreifen und sogar zu einer tiefen Bein­venen­thrombose führen. Hierdurch können irreparable Schäden an den tiefen Beinvenen entstehen.

Was kann ich als Betroffene(r) zur Vorbeugung gegen Venenbeschwerden tun?
In der folgenden Merkregel ist zusammengefasst, wie Sie dem Beginn bzw. einer Verschlechterung des Venenleidens vorbeugen können:

Folgendes kann das Venenleiden verschlechtern: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Wie bei allen chronischen Erkrankungen ist es wichtig, diese Behandlung rechtzeitig zu beginnen. Hierzu gehören:

Kompressionsverbände bzw. Kompressionsstrümpfe:
Diese lindern die Beschwerden, allerdings ohne das Krampfaderleiden zu beseitigen. Bei den Kompressionsverbänden erfolgt ein straffes Wickeln des Vorfußes und des Unterschenkels mit 2 Kurzzugbinden (zum Beispiel Kompressionsverband nach Pütter). Die Kompressionstrümpfe müssen eng anliegen. Daher muss genau Maß genommen werden.

Chirurgische und moderne interventionelle Verfahren: Wir empfehlen oft, mehrere Verfahren je nach Art und Ausprägung der Varikosis zu kombinieren, um für jede Form der Krampfader eine optimale Therapie zu nutzen.

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